Vor einiger Zeit hatte ich ein sehr interessantes Gespräch mit einem Finanzberater. Er hatte mich angequatscht und um ihm gleich meinen Standpunkt klar zu machen, sagte ich, dass ich nichts von Börsenspekulationen halte – auch nicht in versteckter Form in irgendwelchen Fonds. Darauf erwiderte er: „Dein Geld wird sowieso in Fonds angelegt. Die Frage ist nur, ob du es selbst machst oder ob du das deiner Bank überlässt – und damit auch die Gewinne aus diesen Geschäften.“
Durch dieses Gespräch wurde mir klar, dass ich, ob ich nun wollte oder nicht, mir darüber Gedanken machen sollte, wie ich am besten mein Geld anlege. Im ersten Teil meines Berichts möchte ich von der Suche nach einem ethischen Giro-Konto erzählen. Soviel sei schon an dieser Stelle gesagt: Während es in Deutschland mehrere ethische Banken gibt, die Giro-Kontos anbieten, gibt es in Österreich keine einzige. Trotzdem fand ich eine passable Möglichkeit, mein Geld, das täglich verfügbar sein soll, ethisch anzulegen.
Während meiner verzweifelten Suche nach österreichischen Optionen, stolperte ich über eine interessante Seite, die einen Überblick über Giro-Konten bei verschiedenen, ethischen Banken aus Deutschland gibt. Ich machte mich bei den einzelnen Bankinstituten schlauer und entschied mich letztlich für die EthikBank. Dort gibt es nämlich Giro-Kontos und es besteht die Möglichkeit, auch als Österreicher ein Konto zu eröffnen. Sollte ich mit meinem ethischen Giro-Konto doch noch Glück haben?
Leider nicht. Bald später stellte sich heraus, dass für Österreich nur ein sog. „Zins-Konto“ möglich sei. Das heißt: Zwar täglich verfügbares Geld, allerdings nur per Überweisung an ein Referenzkonto abzuheben. Ich musste also weiter mein Konto bei einer „normalen“ Bank behalten. In Ermangelung anderer Alternativen entschied ich mich trotzdem dafür.
Ich hab’s nicht bereut! Nachdem die Überweisung zum und ans Referenzkonto gratis und praktisch übers Internet zu erledigen sind (und in der Zwischenzeit auch grenzüberschreitend sehr schnell abgewickelt werden), schaue ich einfach, dass auf meinem Giro-Konto gerade mal so viel Geld liegt, dass ich nicht ins Minus komme. Mit dem bisschen kann meine herkömmliche Bank auch nicht groß spekulieren. Der Rest liegt sicher auf meinem Konto bei der EthikBank. Und dabei profitiere ich auch noch von höheren Zinsen! Ich bin rundherum zufrieden.
*jedermensch
Still to come:
- Geldanlage II: Was macht eine ethische Bank ethisch?
- Geldanlage III: Längerfristige ethische Geldanlage

