Mit ‘ethisch leben’ verschlagwortete Einträge

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Geldanlage I: Auf der Suche nach einem ethischen Giro-Konto

3. Juli 2008

Vor einiger Zeit hatte ich ein sehr interessantes Gespräch mit einem Finanzberater. Er hatte mich angequatscht und um ihm gleich meinen Standpunkt klar zu machen, sagte ich, dass ich nichts von Börsenspekulationen halte – auch nicht in versteckter Form in irgendwelchen Fonds. Darauf erwiderte er: „Dein Geld wird sowieso in Fonds angelegt. Die Frage ist nur, ob du es selbst machst oder ob du das deiner Bank überlässt – und damit auch die Gewinne aus diesen Geschäften.“

Durch dieses Gespräch wurde mir klar, dass ich, ob ich nun wollte oder nicht, mir darüber Gedanken machen sollte, wie ich am besten mein Geld anlege. Im ersten Teil meines Berichts möchte ich von der Suche nach einem ethischen Giro-Konto erzählen. Soviel sei schon an dieser Stelle gesagt: Während es in Deutschland mehrere ethische Banken gibt, die Giro-Kontos anbieten, gibt es in Österreich keine einzige. Trotzdem fand ich eine passable Möglichkeit, mein Geld, das täglich verfügbar sein soll, ethisch anzulegen.


Während meiner verzweifelten Suche nach österreichischen Optionen, stolperte ich über eine interessante Seite, die einen Überblick über Giro-Konten bei verschiedenen, ethischen Banken aus Deutschland gibt. Ich machte mich bei den einzelnen Bankinstituten schlauer und entschied mich letztlich für die EthikBank. Dort gibt es nämlich Giro-Kontos und es besteht die Möglichkeit, auch als Österreicher ein Konto zu eröffnen. Sollte ich mit meinem ethischen Giro-Konto doch noch Glück haben?

Leider nicht. Bald später stellte sich heraus, dass für Österreich nur ein sog. „Zins-Konto“ möglich sei. Das heißt: Zwar täglich verfügbares Geld, allerdings nur per Überweisung an ein Referenzkonto abzuheben. Ich musste also weiter mein Konto bei einer „normalen“ Bank behalten. In Ermangelung anderer Alternativen entschied ich mich trotzdem dafür.

Ich hab’s nicht bereut! Nachdem die Überweisung zum und ans Referenzkonto gratis und praktisch übers Internet zu erledigen sind (und in der Zwischenzeit auch grenzüberschreitend sehr schnell abgewickelt werden), schaue ich einfach, dass auf meinem Giro-Konto gerade mal so viel Geld liegt, dass ich nicht ins Minus komme. Mit dem bisschen kann meine herkömmliche Bank auch nicht groß spekulieren. Der Rest liegt sicher auf meinem Konto bei der EthikBank. Und dabei profitiere ich auch noch von höheren Zinsen! Ich bin rundherum zufrieden.

*jedermensch

Still to come:

  • Geldanlage II: Was macht eine ethische Bank ethisch?
  • Geldanlage III: Längerfristige ethische Geldanlage
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Konsum-Striptease

27. Juni 2008
Video-Tagebuch: Familie testet ethisch korrektes Leben
Kann man eigentlich ohne Auto leben? Und auch noch ohne Fernseher? Eine Familie aus Heiden hat dies und noch viel mehr ausgetestet. Denn sie hat versucht, einen Monat lang ethisch korrekt zu leben. Viel Liebgewonnenes stand auf dem Prüfstand.“

Bin da zufällig drüber gestolpert: Offenbar hat der WDR Einblicke in diesen Familien-Versuch 2007 in drei Folgen ausgestrahlt. Im Internet sind dazu einige thematisch sortierte Video-Beiträge zu finden (die ich leider nicht anschauen konnte, weil ich den richtigen Player nicht installiert habe…).

Klingt jedenfalls ganz interessant. Ich weiß nicht, ob es sich dabei eher um eine medienwirksame Inszenierung oder doch um eine ernsthafte Auseinandersetzung mit dem Thema handelt. Vielleicht gelingt es mir ja doch noch, die Videos anzuschauen.

Wen’s interessiert: Infos und Videos auf wdr.de und nochmal Info und Fotostrecke.

*jedermensch

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Ist Hickman ein „LOHAS“?

27. Juni 2008

Programmempfehlung: Ö1 Dimensionen – Die Welt der Wissenschaft *
Mittwoch, 30. Juli 2008: 19:05 Uhr

„LOHAS werden sie im Englischen genannt – Menschen mit „Lifestyles of Health and Sustainability“, mit einem Lebensstil voll Gesundheit und Nachhaltigkeit. Sie wollen gesund leben und achten bei ihren Kaufentscheidungen auf ethische und ökologische Kriterien. Doch wie weit geht die ethische Korrektheit? Ist sie Lifestyle oder echtes Engagement? Ist 100 Prozent ethisch korrekt leben überhaupt möglich? Der britische Journalist Leo Hickman hat es selbst ausprobiert und zwei Bücher mit Erfahrungsberichten sowie ein Handbuch darüber verfasst.Eins steht fest, so einfach ist es gar nicht, und wenn man nach Ansicht der einen noch viel zu wenig tut, ist man für die anderen längst zum Öko- und Ethik-Spießer geworden. Ganz abgesehen von der Frage, wie und woher man alle ethisch relevanten Informationen bekommt.“

Klingt nach einer spannenden Sendung, auf die ich mich schon freue.
Achja, apropos „woher ethisch relevante Informationen bekommen?“: Wie wär’s mit hier? Sollte man denen bei Ö1 einmal sagen… ;-)

*jedermensch

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Leo Hickman: Fast Nackt

27. Juni 2008
Fast Nackt
Pressestimmen
„Erfrischend und urkomisch dieses Buch sprüht vor Ideen für einen besseren Alltag“ (The Ecologist)

Kurzbeschreibung
Fair-Trade-Apfel aus Übersee oder heimischer Bioapfel? Was halten auswaschbare Windeln aus? Ein Jahr lang hat der Journalist Leo Hickman versucht, ohne schlechtes Gewissen zu leben: gesunde Ernährung, schonender Umgang mit natürlichen Ressourcen und der Versuch, seine Kaufkraft bestimmten großen Konzernen zu entziehen. Voller Humor berichtet er davon, wie seine Familie und er sich erfolgreich umgestellt haben und ihr Leben auf den Kopf.

Über den Autor
LEO HICKMAN ist Journalist und leitender Redakteur beim Guardian. Er lebt mit seiner Frau Jane und seinen beiden kleinen Töchtern in einem Reihenhaus mit Garten in London.

Ein wichtiges Buch!

Hickmans mit viel Humor dargelegte Erfahrungen von seinem ehrlich gemeintem Versuch, ein ethisch korrektes Leben zu führen, sind ein wertvoller Beitrag dazu, um das Thema Ethisches Leben auf breiter Ebene zu diskutieren.

Neben vielen der/m ethisch Sensiblen bereits bekannten Problemen und Fakten, gibt es durchaus auch einige neue Erkenntnisse und Ideen. Der/die LeserIn mag nicht immer damit einverstanden sein, was für Schlüsse der Autor aus diesen Problematiken zieht, trotzdem wirkt er teilweise erstaunlich mutig und experimentierfreudig.

Jedenfalls regt das Buch dazu an, es auch mal selbst zu probieren – bzw. die eigenen Versuche zu verfeinern, auszubauen oder konsequenter durchzusetzen.

*jedermensch

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Hickman auf Salzburgerisch

27. Juni 2008
„Beim Projekt „Hickman auf Salzburgerisch“ handelt es sich um ein Experiment – inspiriert durch das  Buch „Fast nackt“ von Leo Hickman – ein ethisch sensibles Leben auf österreichische Verhältnisse umzusetzen und die gewonnen Erfahrungen zu reflektieren und zu sammeln.

Fünfzehn Personen haben sich bereit erklärt, einen Bereich zu übernehmen und diesen sechs Monate in Form eines Experiments mit ethischer Perspektive genauer unter die Lupe zu nehmen. Die Bereiche sind

  • Ernährung
  • Chemikalien im Haushalt
  • Kosmetik
  • Reisen und Transport
  • Leben mit Kind
  • Müll
  • Informationen/ Medien

Es geht um ein „informiertes Sich-Einlassen“, bei dem durch das Handeln Kompetenz und neues Wissen erworben werden sollen. Wir beanspruchen nicht Expertinnen und Experten zu sein, die von vornherein wissen, was unter welchen Umständen „ethisch gut“ ist. Im Gegenteil, es ist Teil des Charmes des Projekts, ohne lange Vorbereitung ins kalte Wasser zu springen. Es geht auch nicht darum, „originell“ zu sein, sondern Erfahrungen mit „Experimenten mit der Wahrheit“ (Gandhi) zu machen.“

Details auf der Homepage von unicum:mensch

Das Experiment klingt ja schon ziemlich spannend. Vor allem den Ansatz, einmal nicht groß über Probleme zu philosophieren, sondern einfach Lösungen auszuprobieren, finde ich extrem wichtig.

Tja, aber wie ist es den Salzburgerischen Hickmans ergangen? Das berichten sie ausführlich auf der Homepage von unicum:mensch, aber auch in der Salzburger Straßenzeitung Apropos. Lest euch einfach selbst die Artikel durch! Es geht unter anderem um Waschnüsse, Kompostier-Windeln und Fair Trade, um „regional, saisonal, biologisch“, KosmEthisches und darum, ob wir mit unserem Konsumverhalten die Welt  verändern können.

Fazit: Absolut lesenswert!

Hier die Sammlung aller Artikel: sammlung_apropos_artikel-hickman-auf-salzburgerisch

*jedermensch